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Unsere Saisonampel

In unseren Rezepten
findest Du Zutaten in
grüner und roter Schrift.
Grün bedeutet: hat
Saison und rot: hat
gerade nicht Saison!


Deichgrafen-Schmarrn & Dithmarscher-Deern

Das Brot und seine vielen unterschiedlichen Macharten ist ohne Zweifel ein deutsches Kulturgut und daher ist es ganz natürlich, sich auch über die Resteverwertung in dieser Hinsicht Gedanken zu machen. Getan hat dies die mittelständische Bäckerei Kalle-Bäcker unter der Leitung von Mark und Sabine Riemann aus dem kleinen Ort Marne in Schleswig-Holstein. Sie sammelte Rezepte nach denen man Brotreste weiterverwerten kann und hat diese nun in dem handlichen Ringbuch mit dem unverkennbar norddeutschen Titel „Deichgrafen-Schmarrn & Dithmarscher Deern“ veröffentlicht.

Wir durften das Buch vorab lesen und die rund 70 unterschiedlichen Rezepte austesten. Wir konnten natürlich (noch) nicht sämtliche Rezepte testen und haben uns deswegen stichprobenartig für die Brot-Auberginen-Lasagne entschieden, die uns im Buch schon rein visuell sehr gut gefiel. Dazu sei angemerkt, dass das Buch auch in seiner Gesamtheit professionell wirkt. Ein kleines Manko fiel uns dennoch zu Beginn auf: es wird keine Zubereitungszeit angegeben. Der erfahrene Resteverwerter wird dies sicherlich schnell an Hand der Zutatenliste und Beschreibung abschätzen können, dennoch ist es  eine schöne Information vorab, die in einer möglichen zweiten Auflage nachgebessert werden könnte. Sehr praktisch hingegen sind die Symbole, die anzeigen, ob ein Rezept vegetarisch, vegan, lactosefrei und/oder traditionell ist, sodass in diesem Buch alle Geschmäcker etwas Passendes für sich finden werden.

Die Herstellung unserer Brot-Auberginen-Lasagne ging schnell von der Hand und stand nach ca. 35 min dampfend auf dem Tisch. Geschmacklich war sie wirklich eine Wucht, sodass wir das Rezept mit vier, wenn nicht sogar fünf unserer Kochmützen bewerten würden. Das entsprechende Rezept findet Ihr mit ausdrücklicher Genehmigung der Autoren mit Klick auf das Foto.

 

 

Eine persönliche Neuentdeckung für uns war die Zutat Jiaogulan, die in einem Rezept für Party-Frikadellen Verwendung findet. Ich hatte bisher von dieser Pflanze, die vor allem in China seit Jahrhunderten als Tee konsumiert wird nichts gehört oder gelesen. Es handelt sich um eine Heilpflanze aus China, die lebensverlängernd wirken soll und aus diesen Gründen auch als „Pflanze der Unsterblichkeit“ bezeichnet wird. Als studierter Biologe konnte ich nicht anders als der Wirkung dieser vermeintlichen Wunderpflanze weiter nachzugehen und fand tatsächlich 202 wissenschaftliche Studien weltweit, die sich dieser Pflanze widmen. Beispielsweise wurde erst kürzlich in 2015 in dem anerkannten Journal PloS One die therapeutische Wirkung der in Jiaogulan (lat. Gynostemma pentaphyllum) enthaltenden Gypenoside gegen Darmkrebs untersucht. Die Forscher empfehlen demnach den Einsatz dieser in Jiaogulan enthaltenden Wirkstoffe zur Krebstherapie zusätzlich zu den herkömmlichen Medikamenten. Neben dieser antikanzerogenen Wirkung werden der Pflanze noch viele weitere positive Eigenschaften nachgesagt, ich möchte aber nicht zu sehr abschweifen sondern lieber zu meinem Fazit übergehen.

Insgesamt enthielt „Deichgrafen-Schmarrn & Dithmarscher Deern“ für uns spannende Anregungen und wir werden sicher noch häufiger in diesem Rezeptebuch stöbern. Das Buch ist über den Onlineshop der Bäckerei Kalle-Bäcker (http://www.kallebaecker.de/shop/) für 9,50 € erhältlich.

Kein Plan? Er schon - unser Einkaufsplaner!

 

Reste-Essen_Wochenplan_RGBUnser Plan: Auf unserer Seite www.reste-essen.de möchten wir einen saisonalen Einkaufsplaner anbieten, der für 2 bis 5 Tage saisonale Rezepte vorschlägt. Um unseren Plan realisieren zu können, haben wir uns beim TESA Nachhaltigkeitswettbewerb "Zeichen kleben" beworben. Der Ablauf wäre dann wie folgt:

 

 1. Der Besucher schaut sich aktuelle Rezeptvorschläge an, die vor allem saisonales Gemüse berücksichtigen und wählt  die Rezepte aus, die er für die nächsten Tage  ausprobieren  möchte. Alle benötigten Zutaten werden auf einem ausdruckbaren Einkaufszettel zusammengefasst. Falls bestimmte Rezepte nicht gewünscht sind, können diese gegen andere ausgetauscht werden.

2. Auf dem DIN A 4 - Ausdruck werden  unter dem Einkaufszettel noch zusätzlich die gewünschten Rezepte mit Zubereitungsanweisung zu finden sein, die man sich beispielsweise an den Kühlschrank oder an die Pinnwand neben dem Herd hängen kann. So hat man innerhalb  kürzester Zeit seinen Speisen- und Einkaufsplan für eine Arbeitswoche erstellt.

3. Wer sich das Papier und die Druckerkosten sparen möchte, kann den Einkaufszettel auch einfach mit seinem Smartphone im Supermarkt aufrufen.

 

Der Einkaufsplaner würde auf unserer schon vorhandenen Saisonampel aufbauen. Diese zeigt in jedem Rezept welche Zutaten gerade Saison haben (grüne Schrift) und welche nicht Saison haben (rote Schrift).

 

Reste- Essen.de widmet sich dem Thema der Lebensmittelverschwendung und möchte in erster Linie praktisches Hilfsmittel sein, um die Verschwendung zu verringern. Allein durch die Reduktion der relativen Überproduktion bspw. wäre eine  weniger intensive, und dafür ökologisch durchdachtere  Landwirtschaft  in der Lage, eine gleich große Bevölkerungszahl qualitativ besser zu versorgen. Oder umgekehrt könnte man bei gleicher Produktion eine größere Bevölkerungszahl  mit Lebensmitteln versorgen. Außerdem tut es dem Klima gut, wenn durch Nutzung lokaler Märkte weniger transportiert und gekühlt werden muss.

 

Ein Hauptpunkt, der als Ratschlag gegen Verschwendung immer wieder genannt wird, ist die Planung des Einkaufs. So auch Frau Aigner unter folgendem Link. Mit dem Einkaufsplaner müsste man nun nicht mehr darüber nachdenken, ob etwas gerade Saison hat oder nicht. Schließlich hat man immer einen Einkaufszettel bei der Hand hat, der auf die Saison achtet. So hat das Klima gleich doppelt gewonnen.

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Unsere Internetseite betreiben wir neben unserem Studium an der TU Braunschweig (Geoökologie) und der Uni Hildesheim (Kulturwissenschaften). Für die Programmierung unseres saisonalen Einkaufsplaners, könnten wir das Geld aus dem TESA- Wettbewerb sehr gut gebrauchen. Also schenkt uns bitte hier bis zum 30.04. Eure Stimme und wir schenken Euch den Einkaufsplaner!

 

Teller statt Tonne

Topographie der Gemengsel und Gehäcksel

Bild_Topografie der Gemengsel und GehäckselDas relativ schlicht aufgemachte Buch des Hannoveraner Künstlers Dieter Froelich, schwimmt nicht nur äußerlich gegen den Strom der heutigen Glamourküche an. Es vertritt die These, dass mit zunehmender Präsenz heutiger Kochshows nicht - wie man annehmen könnte- die allgemeine kulinarische Kompetenz zunimmt, sondern lediglich die Lust an Inszenierung und Erlebnis befriedigt wird. Unter dem Deckmantel schillernder Pseudo- Haute- Cuisine ginge demnach das Wissen über die elementaren Dinge des Kochens verloren. Zu diesen elementaren Dingen zählt auch die Fähigkeit Reste („Gemengsel und Gehäcksel“)  anständig zu verwerten. Dieses Wissen aufzufrischen oder erstmalig dem Leser zu vermitteln, macht sich der Autor mit Hilfe von Rezepten des 18. und 19. Jahrhunderts zur Aufgabe. Schließlich waren unsere Altvorderen gezwungenermaßen noch wesentlich effizientere Resteverwerter, als wir es sind. Angesprochen werden soll demnach auch nicht der Leser, der bloß an einer Auswahl von Rezepten interessiert ist. Diese dienen hier eher zu illustrativen Zwecken, um die Verfahrensweise zu veranschaulichen. Das Buch bietet einem vielmehr die Gelegenheit, sich in grundlegende Vorgehensweisen bei dem Herstellen von traditionell überlieferten Speisen einzuarbeiten. Wie der Buchumschlag bereits verrät, sind dies Kloß, Knödel, Pudding, Klops, Wurst, Pastete und Terrine. Wer beispielsweise mit dem Wort Pudding assoziativ süß verbindet, wird überrascht sein, wie viel mehr sich hinter dieser Speisengattung verbirgt. Altbackene Brötchen kann man demnach nicht nur für Frikadellen verwenden, sondern auch für Semmelpudding. Das zugehörige Rezept stammt aus dem Jahr 1800 und wurde dem Neuen Hannöverischen Kochbuch entnommen. Man darf dem Autor dankbar sein, dass man hierfür keine Sütterlinschrift lesen können muss und veraltete Mengenangaben in heutige übersetzt wurden. Für mich persönlich eine echte Entdeckung war das Isicia- Frikadellen- Rezept des Römers Marcus Gavius Apicius (25 v. Chr. bis max. 40 n. Chr.) und die zugehörigen Ausführungen über Liquamen. So macht das Buch wirklich Lust aufs Stöbern und Entdecken in altem kulinarischem Wissen. 

 

Wir freuen uns bereits jetzt auf den nächsten Band „supen. Getränk, Brühe, Suppe, Brei und Eintopf. Eine Abhandlung über die flüssigen Speisen.“ der laut Dieter Froelichs Internetseite noch 2012 im Tinto- Verlag erscheinen soll.

 

„Topographie der Gemengsel und Gehäcksel“ von Dieter Froelich ist im Tinto- Verlag erschienen und kostet 39,00€.

Im Gespräch: Herr Reinert vom Bioland- Anbieter Kampfelder Hof

Bild: Unser Gemüsekisten- Anbieter

Die  Abo-Gemüsekiste ist ein gute Möglichkeit, sich mit saisonalem und vor allem frischem Gemüse zu versorgen. Wir waren nun interessiert zu wissen, wie unser Bioland- Anbieter vom Kampfelder Hof zum Thema regionales Gemüse, Einsatz von Pestiziden und dem aktuellen Antibiotikaskandal in Hähnchenfleisch steht. Herr Reinert stand uns Rede und Antwort.

 

Wann und wie hat es denn angefangen mit der Gemüsekiste auf dem Kampfelder Hof?

Da streiten sich die Gelehrten, aber es muss wohl 1996/97 gewesen sein. 1 – 2 Jahre vorher hat sich die Gärtnerei auf dem Kampfelder Hof gegründet. Das war ein Betriebsleiter der Gärtnerei, der sich einiges an Land gepachtet und sich damit selbstständig gemacht hat. Im Zuge dessen kam dann auch die Idee auf, eine Abokistenvermarktung aufzubauen und das fing dann mit ein, zwei, drei Kisten, vier Kisten an, also bei Null praktisch. Da kam dann auch nur das rein was in der Gärtnerei anfiel.

 

Und Kunden waren dann die Nachbarschaft?

Ja genau: Freunde, Verwandte, Bekannte und die Nachbarschaft. Als erstes hat sich der Gärtnerauch mal in die Südstadt/ Hannover gestellt. Da konnten sich die Passanten noch aus dem Wagen bedienen. Das waren so die Anfänge.

 

Und wie ist die heutige Situation, welchen Umkreis beliefern Sie?

Heute haben wir 2500 Lieferungen pro Woche an  Haushalte, Kitas und Büros. Neun Lieferwagen fahren täglich raus mit jeweils 50-100 Adressen, die jeder Wagen beliefert. Wir haben knapp über 50 Mitarbeiter, einige Teilzeit, einige Vollzeit. Inzwischen haben wir uns zu einem mittelständischen Unternehmen entwickelt. Abgrenzen kann man unser Liefergebiet mit Hameln im Westen, Neustadt/Wedemark im Norden und Celle im Nordosten. Und dann wären da noch Lehrte und Hildesheim sowie Gronau im Süden.

 

Sie haben ja eine Regionalkiste und eine normale Gemüsekiste, wo ist da der Unterschied? Wenn Sie von regional sprechen – versteht man darunter Niedersachsen, Deutschland oder Europa?

Die Gemüsekiste und die Regionalkiste unterscheiden sich im Sommer fast gar nicht von April/Mai bis zum November/Dezember. Jetzt von Dezember bis April ist die Zeit, wo wir ein bisschen mit Importware überbrücken müssen. In die Regionalkiste kommt dann vor allem Lagergemüse von den regionalen Gärtnern. Das wären Kohl, Möhren, Porree, Schwarzwurzeln, Steckrüben, also das alteingesessene Gemüse, während in den normalen Gemüsekisten auch Brokkoli, Zucchini, Tomaten und Blumenkohl aus Frankreich vorkommen. Aber wir bedienen uns da am ehesten deutscher Ware, erst danach greifen wir auf die EU- Ware zurück.

 

Aber EU- Ware ist dann nicht in der Regionalkiste zu finden, oder?

Richtig, das ist nicht in der Regionalkiste. Hierfür sind hauptsächlich unsere vier Gärtner aus Niedersachsen zuständig, von denen wir hauptsächlich unsere Lieferungen beziehen. Es kann auch vorkommen, dass mal ein anderer norddeutscher Gärtner dazukommt. Dieser ist aber meistens auch in Niedersachsen ansässig ist.

 

Und woher kommen Ihre vier Hauptgärtner genau?

Die kommen aus dem Großraum Hannover. Das ist erstens die Gärtnerei Kiebitz, eine Biolandgärtnerei in Sehnde- Rethmar, die Gärtnerei Rothenfeld in Neuwarmbüchen,  die Gärtnerei hier vom Kampfelder Hof gleich bei uns und dann noch die Gärtnerei Rosenhof in Rehburg- Loccum.  Von denen bekommen wir sozusagen die Hauptfrüchte.

 

Und wie stehen Sie alten Gemüsesorten gegenüber?

Wir bieten sehr gerne außerordentliche Gemüsesorten an. Beispielsweise lila, weiße und  gelbe Möhren, oder es gibt auch gelbe Bete, jedenfalls, wenn der Gärtner das anbietet. Zudem haben wir Tomatenraritäten wie schwarze oder gelbe Tomaten. Oder auch alte Kartoffelsorten, wie violette und rote Kartoffeln. Diese befinden sich allerdings seltener in den Kisten, weil man einfach sagen muss, dass hier teilweise starke Ertragsschwankungen auftreten können und die Gärtner solche Sorten dementsprechend seltener anbieten.

 

Sie sind ja ein Bioland- Betrieb. Könnten Sie mal den Unterschied erklären zwischen herkömmlichem Gemüse, das aus dem Supermarkt erhältlich ist und Bioland- Gemüse?

Ja, natürlich ist es so, dass Bioland ein ganz anderes Richtlinienwerk hat, als das bei konventionellen Produzenten der Fall ist. In Landwirtschaft und Gartenbau wird strenger kontrolliert,was die Zukäufe von Zusatzstoffen angeht. Dann ist der wichtigste Unterschied, dass in der EU- Regelung ein großer Gartenbaubetrieb in Spanien bspw. 10 Hektar Biogemüse anbauen darf und direkt daneben in konventioneller Art und Weise. Das ist für uns im Biolandverband nicht möglich. Das heißt, bei uns gibt es nur reine Biobetriebe, weil wir die Gefahr sehen, dass beim Anbau Vermischungen stattfinden können.

 

Und wie steht es mit dem Einsatz von Pestiziden?

Das ist grundsätzlich überhaupt nicht erlaubt, sowohl synthetische Düngemittel, die mit Hilfe von Erdöl oder Raffinerieöl hergestellt werden, als auch Pestizide und Fungizide. Also alle chemisch-synthetischen Gifte dürfen in der biologischen Landwirtschaft nicht eingesetzt werden. Aber auch in der EU- Bioverordnung ist das auf jeden Fall verboten. Die Ware wird auch regelmäßig kontrolliert. Und natürlich muss man leider sagen, dass es auch im Bioanbau ein paar schwarze Schafe gibt. Trotzdem können wir davon ausgehen, dass mindestens 99 % der Ware unbelastet ist. Das ergeben auch die Tests von Stiftung Warentest, Ökotest sowie unsere eigenen Stichproben. Jetzt hatten wir ja den Skandal in Italien, wo konventionelle Ware umdeklariert wurde zu Bioware. Davor ist man sicherlich nicht gänzlich gefeit. Hundertprozentige Sicherheit gibt es eben leider nirgendwo. Grundsätzlich kann man aber sagen, dass mindestens zu 99 % das drin steckt was auch darauf steht.

 

 

 

Und im Falle Ihrer Betriebe in Niedersachsen? Gibt es dort auch schwarze Schafe?

Also wir arbeiten mit unseren Gärtnereien jetzt mehr als 10 Jahre zusammen und wir kennen die Leute alle persönlich. Warum sollte nun ein Biolandgärtner auf einmal anfangen sein Gemüse zu spritzen, der weiß vermutlich noch nicht einmal, wie er das anmischen soll, weil er es mindestens 10 Jahren nicht gemacht hat. Diese Materie ist bei den Gärtnern absolut tabu. Sie haben ja auch ihre Mitarbeiter, die das Feld jäten, da gibt es gar keine Alternative.

 

Das heißt also, die Pflanzen, die von Schädlingen befallen sind, werden von Mitarbeitern aussortiert?

Genau. Man hat im Gartenbau vor allem den Unkrautdruck zu bewältigen, das heißt im konventionellen Landbau wird das Unkraut einfach weggespritzt. Wir hingegen haben dafür besondere Gerätschaften. Im Prinzip sind das fahrende Liegen, wo die Mitarbeiter in Handarbeit die Reihen abjäten. Es gibt auch eine Abflammtechnik, aber die ist sehr energieaufwendig und es gibt auch Maschinenhacken, mit denen man Unkraut wegkriegt, aber es ist schon ein hoher Anteil Handarbeit gefragt.


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Bilder von unserem Gemüsekistenanbieter Kampfelder Hof

 

Dementsprechend bekommt man also auch mehr Menschen in Lohn und Brot könnte man sagen,  oder?

Ja genau, das ist so. In der konventionellen Landwirtschaft haben wir ja Großbetriebe, wo meistens ein Landwirt viele Hektar bearbeitet. Im Ökolandbau entstehen da definitiv mehr Arbeitsplätze, als im konventionellen Landbau. Deswegen muss ja auch der Produktpreis entsprechend höher sein, weil eben mehr Handarbeit darin steckt.

 

In Ihrem Onlineshop gibt es ja auch die Möglichkeit Fleischprodukte zu kaufen. Sind die ebenfalls aus Bioland- oder Bioproduktion?

Ja, auf jeden Fall, das dürfen und wollen wir auch gar nicht anders. Sonst dürften wir uns hier auch nicht mit dem Biolandsiegel schmücken und nicht als Biolieferant deklarieren. Alles, was Bio im Namen trägt, darf dann auch nur hundertprozentig Bio sein. Wir haben höchstens Mineralwasser und Backhefe nicht als biologische Ware, weil es dafür keine Standards gibt.

 

Halten Sie denn auch selber Tiere auf Ihrem Hof?

Der Kampfelder Hof hat noch eine Schafherde von 30 Muttertieren und hatte bis vor einiger Zeit auch noch Rinder, die draußen auf der Wiese herumliefen. Die Rinderhaltung wurde allerdings aufgegeben. Wir haben inzwischen ein Netzwerk von Zulieferbetrieben aus Hannover. Manchmal kommt es vor, dass das Angebot in Hannover nicht ausreicht, dann beziehen wir unsere Ware aus dem Raum Niedersachsen.

 

Und wo liegt der Unterschied zu herkömmlicher Tierhaltung?

Ja, das ist ein ganz großes eigenes Thema. Beim Geflügel gibt es die größten Unterschiede, aber grundsätzlich ist es so, dass die Tiere Freilauf haben müssen, und zwar täglich. Bei Rindern für die Fleischproduktion, ist es so, dass wir da immer Muttertierherden haben und die sind im Grunde sogar fast ganzjährig draußen auf der Weide. Aber auch Milchkühe müssen Weidegang haben.

 

Und wie steht es mit der Fütterung?

Wir haben eine 95 %ige Biofütterung. Ein 5 %iger konventioneller Anteil ist momentan erlaubt. Das rührt daher, dass man leider noch zu oft die Rassen einsetzt, die auch die konventionellen Züchter einsetzen und die haben einen unheimlich hohen Nährstoffbedarf. Man muss die Tiere also ausfüttern, sonst entstehen Gelenkserkrankungen usw. Um diese Tiere ordentlich ausfüttern zu können, sind 5 % konventionelles Futter noch zugelassen. Man ist aber gerade dabei, auch das zu kippen. Weil Futtermittelskandale aufgetaucht sind, will man dazu übergehen diese Komponenten herauszulassen und zu einer 100 %igen Biofütterung überzugehen. 

 

Bedeutet das auch, dass Soja in Bioland- bzw. Biofutter nicht enthalten ist?

Das ist – aus meiner Sicht leider- drin, weil Soja ein sehr wertvolles Eiweiß enthält. Die einheimischen Eiweißfrüchte, die da wären Erbsen und Bohnen, können von den Tieren leider nicht so gut verwertet werden. Das Soja kommt dabei zum Großteil aus Italien.

 

Ethisch problematisch wird es ja, wenn es aus Gegenden kommt, die ehemals Urwald waren.

Das stimmt, es wird generell problematisch, wenn es aus Nord- und Südamerika kommt, weil man dort vermehrt gentechnisch veränderte Sojasorten anbaut und häufig auch in eigentlich Gentechnik- freier Ware Verunreinigungen auftauchen.

 

Sie haben ja sicherlich vom Antibiotikaskandal gehört,  der vor kurzem bei Hähnchenfleisch aufgetreten ist. Gibt es denn auch die Verabreichung von Antibiotika in Biolandbetrieben?

Ja gibt es, aber nicht in der Form, dass er prophylaktisch eingesetzt wird. Wir haben ja auch nicht diese großen Einheiten. In der Regel gibt es bei uns 500er oder 1000er Ställe mit Grünauslauf, wo Masthähnchen gehalten werden. Da die Hähnchen draußen herum laufen, kann es natürlich auch mal vorkommen, dass Krankheiten eingeschleppt werden. Das sieht man dann meist daran, dass einige Todesfälle zu verzeichnen sind und die Tiere nicht richtig an Gewicht zunehmen. Dann ist anzunehmen, dass eine Infektionsquelle im Bestand vorhanden ist, mit der Gefahr der Ausbreitung. In diesen seltenen Fällen wird dann auch zu Antibiotika gegriffen, aber eben nur dann, wenn es wirklich notwendig ist. In der konventionellen Geflügelhaltung – das kann man zur Zeit in der Presse lesen-  nutzen 96 % der Ställe Antibiotika prophylaktisch, das heißt jeden Tag. Und das ist eben die Ursache für die Resistenzbildung der Bakterien.

 

Was halten Sie denn generell von dem Einsatz von Antibiotika für die Verbraucher?

Ich denke mal, dass von der Zubereitung von Hähnchenfleisch in der heimischen Küche für gesunde Erwachsene keine Gefahr herrührt. Die wirkliche Gefahr kommt daher, dass wir immer mehr Bakterienstämme in Krankenhäusern haben, die gegen sämtliche gängigen Antibiotika Resistenzen entwickelt haben.

Haben Sie vielen Dank für das nette Gespräch!

Das Interview führte Jannik Heusinger.

Ratgeber "Kreative Resteküche"

Bild Kreative RestekücheBitte werdet kreative Resteköche!“ Dies ist der aktuelle Appell unserer Verbraucherschutzministerin Frau Aigner in ihrer Kampagne „Jedes Mahl wertvoll“. Was uns dort allerdings bisher nicht verraten wird, ist wie man das anstellen soll. Nur ein kleiner Hinweis wird uns gegeben: „Es gibt auch Bücher zu diesem Thema…“- und eines davon möchten wir euch nun gerne vorstellen. Der Titel verspricht genau das, was Frau Aigner sich wünscht, nämlich „Kreative Resteküche“. Doch wie wird man nun plötzlich ein kreativer Verwerter, wenn man bisher nur selten und dann nach Rezept gekocht hat? Hierzu brauchen sicherlich die meisten von uns einen kleinen Anstoß. Diese Aufgabe haben wiederum die Autoren dieses Buches kreativ gelöst, indem sie uns verschiedenste Hauptzutaten von Artischocke bis Zucchini und Ente bis Wild aufgelistet haben und passende Kräuter, Gewürze und Kombinationsmöglichkeiten vorschlagen. So schafft man eventuell den Einstieg sich selbst neue Gerichte aus den Resten der Woche zu kreieren. Wer sich lieber an Rezepte hält, dem wird die Möglichkeit gegeben unter einer Vielzahl von Gerichten das passende zu wählen. Dafür wurden die möglichen Reste von Obst, Gemüse, Fleisch und Fisch aufgelistet und jeweils auf eine entsprechende Rezeptseite verwiesen. So findet man sehr schnell genau das, was man braucht. Wer sich nicht lange mit dem Kochen aufhalten möchte, der findet auch noch eine „Ruck- Zuck- Verwertung“. Hierbei wurde sogar an besondere Anlässe gedacht: Weihnachten beispielsweise ist ja nicht mehr lange hin. Wer kennt da nicht das Problem der übrig gebliebenen Schokoladen- Weihnachtsmänner, die sich nach den Festtagen ganz gerne in dunkle Ecken verkriechen. Auch hierfür kennen die Autoren eine sehr leckere Lösung – die allerdings an dieser Stelle noch nicht verraten wird.

Wer am Abend nach getaner Arbeit die letzten Gemüsereste aus dem Kühlschrank klaubt und verwerten möchte, der benötigt natürlich auch eine passende Basis dafür. In diesem Buch findet man eine Liste an Grundzutaten, die man immer im Haus haben sollte, um sich jederzeit leckere Gerichte zaubern zu können. Ebenso wichtig ist es zu wissen, wo welche Lebensmittel am besten gelagert werden und wie man sie über längere Zeiträume haltbar machen kann. Auch zu diesen Themen wird man kompetent beraten.

 

Fazit

Das Buch „Kreative Resteküche“ soll in erster Linie der eigenen Fantasie auf die Sprünge helfen. Es ist aber auch ein prima Nachschlagewerk für Alltagsfragen in der Küche: Wie lange ist was haltbar? Muss man jedes Lebensmittel wegschmeißen, wenn es angeschimmelt ist? Und was sollte man stets auf Vorrat haben, um überhaupt kreativ kochen zu können? Gewissermaßen zu den Grundzutaten in der Küche gehört für uns auch dieses Buch, damit die spontane Resteverwertung immer gelingt.

Der Ratgeber „Kreative Resteküche“ der Verbraucherzentrale kostet 9,90 € zzgl. 2,50 € für Porto und Versand. Er ist an jeder Beratungsstelle oder im Internetshop der Verbraucherzentralen erhältlich.